Ein neuer Billionen-Markt entsteht

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Ein neuer Billionen-Markt entsteht

Experten räumen humanoiden Robotern immenses Potenzial ein. Zahlreiche Unternehmen bringen sich in Stellung.

 

Eines der Topthemen auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April sind humanoide Roboter. Die weltgrößte Industriemesse in Niedersachsen gilt als Leitmesse für Technologie und industrielle Transformation und zieht jedes Jahr rund 4.000 Aussteller aus aller Welt an. Zahlreiche Firmen zeigen dort ihre neuesten Modelle. Die Maschinen in Menschengestalt gelten als nächste große Welle der industriellen Automatisierung. Doch wie weit ist die Wirtschaft tatsächlich? 

Eine aktuelle Umfrage des deutschen Branchenverbands Bitcom zeichnet ein differenziertes Bild. Erst sechs Prozent der deutschen Industrieunternehmen setzen humanoide Roboter produktiv ein. Zehn Prozent planen den Einsatz, acht Prozent diskutieren darüber. Für die große Mehrheit spielt Physical AI im Tagesgeschäft noch keine konkrete Rolle. Gleichzeitig ist sich fast die gesamte Industrie einig, dass die Technologie langfristig breit in der Produktion Einzug halten wird. Allerdings nicht als kurzfristiger Durchbruch, sondern als schrittweise Entwicklung über ein bis zwei Jahrzehnte.

Die Marktprognosen unterstreichen das Potenzial. Laut einer aktuellen Roland-Berger-Studie könnte das Umsatzvolumen für Hersteller humanoider Roboter bis 2035 auf 300 bis 750 Mrd. Dollar wachsen. Die Betriebskosten sollen perspektivisch auf rund zwei Dollar pro Stunde sinken. Langfristig rechnet Morgan Stanley sogar mit einem Gesamtmarkt von über fünf Billionen Dollar bis 2050. Das wäre doppelt so groß wie die heutige globale Automobilindustrie.

Auch die großen US-Technologiekonzerne positionieren sich. Am offensivsten agiert Tesla: Der humanoide Roboter Optimus Gen 3 soll im Sommer 2026 in Serie gehen, über 1.000 Einheiten arbeiten bereits in Tesla-Fabriken. Die Produktionskosten sollen langfristig auf 20.000 Dollar pro Einheit sinken. Nvidia liefert mit der GR00T-Modellreihe und der Isaac-Simulationsumgebung das KI-Betriebssystem, auf dem zahlreiche Roboterhersteller aufbauen. Amazon hat im März 2026 das Robotik-Startup Fauna Robotics übernommen und testet den humanoiden Digit-Roboter von Agility Robotics in seinen Lagerhäusern.

Alphabet treibt das Thema über DeepMind voran, das Partnerschaften mit Boston Dynamics, Apptronik und Agile Robots unterhält, und hat über seinen Wagniskapitalarm CapitalG in das Robotik-Startup Physical Intelligence investiert. Microsoft und OpenAI verhandeln über eine Beteiligung von bis zu 500 Mio. Dollar am Robotik-Startup Figure AI. Apple arbeitet Berichten zufolge unter dem Projektnamen „Armor“ an einem eigenen humanoiden Roboter mit möglichem Marktstart 2028. Morgan Stanley traut Apple im Robotikgeschäft bis 2040 einen Jahresumsatz von 133 Mrd. Dollar zu.

Neben Nvidia drängen auch AMD und Qualcomm in den Markt für Robotik-Hardware. AMD stellte auf der CES 2026 gemeinsam mit dem italienischen Startup Generative Bionics den humanoiden Roboter GENE.01 vor, der auf AMDs Embedded-Prozessoren basiert und Ende 2026 auf den Markt kommen soll. Qualcomm präsentierte mit dem Dragonwing IQ10 einen eigens für humanoide Roboter entwickelten System-on-Chip mit 350 TOPS, der unter anderem vom Robotik-Startup Figure AI eingesetzt wird.

Für Anleger, die in die Technologiebranche investieren wollen, sind bei Raiffeisen Zertifikate aktuell einige Produkte im Sekundärmarkt handelbar. Zum Beispiel die 11 % US-Technologie Plus Aktienanleihe 2. Sie wird am Rückzahlungstermin im Juni 2027 zu 100 % des Nominalbetrags zurückgezahlt, wenn der Schlusskurs jeder einzelnen der drei zugrundeliegenden AktienAMD, Nvidia, IBM – am Laufzeitende über der Barriere von 60 % des jeweiligen Basispreises notiert (Beobachtung nur am Letzten Bewertungstag). Der Fixzinssatz von 11,0 % wird – unabhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Aktien – in jedem Fall ausgezahlt.

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