Die Schwellenländer erleben gerade ihre beste Phase seit über einem Jahrzehnt. Der MSCI Emerging Markets Index legte 2025 um rund 30 % zu und schlug damit alle drei großen Wall-Street-Indizes deutlich. Zum Vergleich: Der MSCI World kam im gleichen Zeitraum auf gut 20 %. 2026 setzt sich der Trend bislang fort. In den ersten beiden Monaten des Jahres übertrafen EM-Aktien den S&P 500 so deutlich wie seit 30 Jahren nicht mehr.
Hinter der Rally stehen mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Der wichtigste ist die Dollarschwäche. Der US-Dollar-Index fiel in der ersten Jahreshälfte 2025 massiv, als Investoren weltweit die jahrzehntelange amerikanischen Sonderstellung zu hinterfragen begannen. Der fallende Dollar entlastet Schwellenländer auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Die Kosten für dollardenominierte Schulden sinken, Kapitalzuflüsse nehmen zu und die Renditen für internationale Anleger steigen allein durch den Währungseffekt.
Dazu kommt ein Bewertungsabschlag, der trotz der Rally noch immer ausgeprägt ist. Der MSCI Emerging Markets handelt aktuell bei einem Forward-KGV von rund 13. Der S&P 500 steht bei über 21. Nach mehr als einem Jahrzehnt US-Dominanz waren die Portfolios globaler Investoren extrem einseitig positioniert. Die Umschichtung weg von teuren US-Mega-Caps in günstigere Märkte ist ein umfassender Prozess, der gerade erst begonnen haben könnte.
Was weniger bekannt ist: Der MSCI Emerging Markets hat mit über 30 % eine ebenso hohe Technologiegewichtung wie der S&P 500. Taiwan und Südkorea, die zusammen fast die Hälfte des EM-Index ohne China ausmachen, sitzen direkt in der globalen Lieferkette für Halbleiter und künstliche Intelligenz: TSMC, Samsung und SK Hynix sind das Rückgrat hinter dem globalen KI-Boom.
Auffällig ist die Breite der Rally der Emerging Marktes: Im ersten Quartal 2025 legten die Märkte in Osteuropa um 17 % zu, im zweiten Jahresviertel folgten Südkorea und Taiwan mit 28 %, im dritten Quartal China und Südafrika mit jeweils rund 20 %. Griechenland, Chile und Tschechien gehörten mit Zuwächsen von 40 bis 50 % zu den Spitzenreitern. Diese geografische Diversifikation federt Rückschläge in einzelnen Märkten ab und unterscheidet die aktuelle Rally von früheren Phasen, in denen die Performance der Emerging Markets oftmals vor allem von China geprägt war.
Auf der geldpolitischen Seite haben viele Schwellenländer nach den aggressiven Zinserhöhungen von 2021 und 2022 noch erheblichen Spielraum für Lockerungen. Die Staatsverschuldung liegt in den meisten EM-Ländern unter dem Niveau der Industriestaaten. Das Verhältnis von Wachstum zu Inflation ist in vielen Schwellenländern besser als in Europa oder den USA. Selbst der Iran-Konflikt ab März 2026 konnte die Dynamik nur kurzfristig bremsen. Nach dem anfänglichen Schock erholten sich die Märkte rasch. Investoren blickten schnell wieder auf die Fundamentaldaten und kauften den Rücksetzer.
Wie gut Anleger an dieser Entwicklung teilhaben konnten, zeigt ein konkretes Beispiel. Das Raiffeisen-Zertifikat USD MSCI Emerging Markets Bonus&Wachstum (ISIN AT0000A2QMD1), aufgelegt im Mai 2021, wurde am 12. Mai 2026 fällig. Es kommt zu knapp 130 % zurück. Anleger haben die starke Indexentwicklung der letzten fünf Jahre eins zu eins mitgenommen.
Wer die Schwellenländer-Story weiter spielen will, findet im Nachfolgeprodukt eine Möglichkeit dazu. Das neue Emerging Markets Bonus&Wachstum (ISIN AT0000A3UDE8) liegt noch bis zum 29. Mai 2026 zur Zeichnung auf. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre bis Juni 2031. Am Laufzeitende erfolgt eine Rückzahlung zu mindestens 140 %, solange der Basiswert während der gesamten Laufzeit nie auf oder unter die Barriere von 55 % des Startwerts fällt. Steigt der Index um mehr als 40 %, partizipieren Anleger zu 100 % und ohne Gewinnbegrenzung. Wird die Barriere verletzt, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der tatsächlichen Indexentwicklung. In diesem Fall ist ein wesentlicher Kapitalverlust möglich.
Als Basiswert dient der MSCI Emerging Markets Top ESG Select 5% Decrement Index - siehe Chart. Dieser bildet Aktien aus 27 Schwellenländern ab, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Unternehmen, die den Wandel zu einer emissionsfreien Wirtschaft aktiv fördern, werden höher gewichtet. Die Besonderheit des Decrement-Mechanismus: Nettodividenden werden im Index reinvestiert, dafür werden pauschal 5 % pro Jahr vom Indexkurs abgezogen. Weil die Dividendenkomponente damit kalkulierbar ist, lässt sich ein attraktiveres Bonuslevel darstellen als bei einem klassischen Preisindex.
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