Marktüberblick | Aktuell (04/2026) | 1M (03/2026) | YTD1 (04/2026) | 1Y (04/2025) | 3Y (04/2023) |
| ATX® | 5.866,33 | 13,47 % | 10,14 % 🟢 | 49,80 % | 79,82 % |
| DAX® | 24.417,80 | 9,68 % | -0,30 % 🔻 | 15,15 % | 53,62 % |
| EURO STOXX 50® | 5.982,63 | 9,12 % | 3,22 % 🟢 | 21,22 % | 36,17 % |
| S&P 500® | 7.109,14 | 9,26 % | 3,09 % 🟢 | 34,57 % | 71,12 % |
| 2.688,46 | 8,55 % | 4,55 % 🟢 | 19,73 % | 28,94 % | |
| 2.034,39 | 9,19 % | 2,78 % 🟢 | 8,22 % | 7,95 % | |
| 3.388,04 | 9,72 % | 5,05 🟢 | 21,45 % | 31,78 % | |
| 1.280,61 | 7,68 % | 11,80 % 🟢 | 37,46 % | 36,08 % | |
| 1.721,71 | 9,55 % | 0,05 % 🟢 | 13,22 % | 31,19 % | |
| 2.255,29 | 10,60 % | 0,56 % 🟢 | 13,64 % | 37,64 % | |
| VStoxx® | 22,56 | -28,90 % | 53,32 % 🟢 | -13,82 % | 33,23% |
| VIX® | 18,87 | -29,84 % | 31,68 % 🟢 | -36,36 % | 14,64 % |
| EUR/USD Wechselkurs | 1,18 | 1,32 % | 0,34 % 🟢 | 3,72 % | 7,60 % |
| Goldpreis | USD4.820,66 | 8,79 % | 11,09 % 🟢 | 44,90 % | 141,65 % |
| Ölpreis | USD 95,48 | -15,06 % | 54,20% 🟢 | 40,49 % | 14,87 % |
Bitte beachten Sie, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zulässt.
1 Year to date (YTD): seit Jahresbeginn
Quelle: Bloomberg; Stand: 20.04.2026, 18:00 Uhr
Kommentar von Raiffeisen Research:
Aktienindizes erholen sich, doch Inflation und Energiepreise bleiben Risiko für Wirtschaft und Börsen. US-Banken eröffnen Berichtssaison mit starken Quartalszahlen.
Die Blockade der Straße von Hormus – egal ob seitens des Iran oder der USA – ist medial omnipräsent und formal entscheidend für Inflation, Konjunktur und Aktienmärkte. Wenn man sich die Entwicklung der Aktienindizes, fallen einem zwar bei der Öffnung/Schließung der Seefahrtsstraße kurzfristig entsprechende Kursbewegungen auf, über längere Zeiträume scheint die Bedeutung dieses wichtigen Einflussfaktors jedoch beschränkt zu sein.
ATX®, S&P 500 und NASDAQ-100® notieren per 20. April bereits höher als vor Beginn des Iran-Kriegs. So weit sind DAX®, Euro STOXX 50® und MSCI Emerging Markets zwar (noch) nicht, aber selbst diese zeigen sich (deutlich) fester als noch zu Jahresbeginn. Also alles kein Thema, was sich da gerade abspielt im Nahen Osten? Nicht ganz, denn in Sachen Inflation und Wachstum werden wir das auch und gerade in Europa zu spüren bekommen bzw. spüren es ohnehin schon. Aber so lang diese Auswirkungen weitaus weniger dramatisch erscheinen als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und eine Rezession insbesondere in den USA sowie ein signifikanter Rückgang der Gewinnwachstumserwartungen nicht befürchtet werden, entwickeln sich die Börsen offensichtlich weiter so, als wäre nicht viel geschehen. Auffällig ist zudem, dass die seit Ende März gegebene Erholungsrally zunehmend an Breite gewinnt.
Nachdem zunächst vor allem der Energiesektor vom Anstieg der Energiepreise profitieren konnte, notieren inzwischen weltweit auch die Sektoren IT und Kommunikation seit Kriegsbeginn wieder deutlich im Plus. Auch zyklischer Konsum und Finanzwerte haben sich spürbar erholt und ihre zwischenzeitlichen Verluste weitgehend aufgeholt. Besonders der Bankensektor erhielt Rückenwind durch starke Quartalszahlen. Mitte April begann die Berichtssaison für das erste Quartal, die traditionell von den großen US-Banken eröffnet wird. Bereits Zahlen vorgelegt haben unter anderem JPMorgan, Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America, Wells Fargo, PNC und Morgan Stanley – mit durchaus überzeugenden Ergebnissen. Sämtliche Institute erzielten beim Gewinn je Aktie ein Wachstum, das über den Markterwartungen lag. Im Durchschnitt stieg der Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr um rund 29 % an und übertraf die Konsensschätzungen um etwa 8 %.
Fast noch aufschlussreicher als die Zahlen selbst waren jedoch die Aussagen zum makroökonomischen Umfeld. Bislang zeichnet der Bankensektor eher das Bild einer robusten US-Konjunktur als das einer unmittelbar bevorstehenden scharfen Abschwächung. Mehrere Institute beschrieben das Konsumentenumfeld als widerstandsfähig: Bei Bank of America legten die Debit- und Kreditkartenausgaben um 7 % zu, JPMorgan verwies auf anhaltend solide Konsumausgaben und verschiedene Häuser hoben die weiterhin stabile Kreditqualität hervor. Gleichzeitig warnten die Managementteams vor zu viel Optimismus. Höhere Energiepreise, geopolitische Risiken und mögliche Zweitrundeneffekte auf Inflation, Konsum und Transaktionsaktivität könnten im weiteren Jahresverlauf noch stärker ins Gewicht fallen.
Für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten bleibt dennoch die Straße von Hormus ein zentraler Faktor. Was Realwirtschaft und Kapitalmärkte tatsächlich benötigen, ist eine dauerhafte Öffnung der Schifffahrtsroute und in der Folge eine allmähliche Entspannung bei den Energiepreisen. Ein Abkommen zwischen den Kriegsparteien könnte diesen Weg grundsätzlich ebnen. Bislang speist sich die Erholungsrally vor allem aus verbalen Signalen von Donald Trump. Dass dies als Grundlage jedoch riskant ist, sollten zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit belegen. Hinzu kommt, dass Teile der Energieinfrastruktur bereits beschädigt wurden. Selbst im Fall einer Entspannung ist daher mit einem längeren Produktionshochlauf zu rechnen, was zumindest noch im Gesamtjahr 2026 für erhöhten Preisdruck am Energiemarkt sprechen dürfte - wenngleich hier aber erwähnt werden muss, dass wir von den exorbitant hohen Energiepreisspitzen zu Beginn des Ukrainekrieges noch weit entfernt sind.
Dennoch haben die globalen Aktienmärkte bereits viel positives Momentum vorweggenommen. Das Umfeld bleibt damit fragil. In dieser Gemengelage belassen die Analysten von Raiffeisen Research die Empfehlungen für die von ihnen analysierten Aktienindizes vorerst auf HALTEN.
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